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Dreißig Jahre nach dem Mauerfall – unsere Geschichten

Dreißig Jahre nach dem Mauerfall – unsere Geschichten

 

Am 9. November 1989 fiel die Berliner Mauer – und eröffnete damit Millionen Menschen ein völlig neues Leben. Nicht zuletzt die friedliche Revolution von ´89 hat dieses historische Ereignis ermöglicht.  

An diesen geschichtlichen Meilenstein haben wir alle ganz unterschiedliche Erinnerungen und verbinden damit besondere Geschichten. Unsere Kollegin Ronny Lemke und unser Kollege Joachim Hunold haben uns Einblick in ihre Gefühlswelt von vor 30 Jahren gewährt:

Schön, dass Sie uns mitnehmen auf Ihre Reise vor 30 Jahren! Welche Geschichte können Sie uns von diesem Abend erzählen?  

Joachim Hunold: „Ich war in meiner Wohnung hier in Detmold und habe – wie sicherlich alle – ferngesehen und konnte nicht glauben, was ich dort hörte und sah. Das war für mich sehr elektrisierend und ich wollte wissen, was da wirklich dran ist.“

Was haben Sie dann gemacht? 

Joachim Hunold: „Ich habe mir gemeinsam mit einem damaligen Freund, der über uns wohnte, unsere Freundinnen geschnappt und sind losgefahren. Es hat uns in den Harz verschlagen. Von uns aus war das der nächstgelegene Grenzposten. Und das alles mitten in der Nacht!“

Hat das ohne Probleme geklappt? 

Joachim Hunold: „Zu unser aller Verwunderung: Ja! Wir haben dort die Grenze passiert, haben im Osten etwas getrunken und sind wieder gefahren. Im Nachhinein muss ich sagen, das war ganz schön riskant! Hätte ja auch gut sein können, dass die Grenzöffnung wieder zurückgenommen wird und wir nicht mehr zurück gekommen wären.“

Ronny Lemke: „Die gleiche Angst, dass die Grenzöffnung zurück genommen werden könnte, hatte ich auch. An den Tag des Mauerfalls am Donnerstag, 9. November 1989 kann ich mich sehr gut erinnern, da an diesem Tag unser 3-Monate alter Sohn in´s Krankenhaus kam. Ich lebte zu dieser Zeit in Ost-Berlin und hörte die Nachricht der Grenzöffnung im Radio auf dem Weg in´s Krankenhaus. Wir lieferten unseren Sohn gewissermaßen dort ab, da es im Osten nicht üblich war, dass Mütter bei ihren Kindern blieben.
Wir konnten die Nachricht der Grenzöffnung nicht fassen und fuhren sofort zu unseren Freunden, um dieses Ereignis gemeinsam zu verarbeiten. Als wir nach Hause fuhren, sagte mein Mann: „Komm lass uns gleich mal rüber nach West-Berlin fahren“, doch das hatte ich mir nicht getraut, da dieses Ereignis für mich so unfassbar war, und ich im Hinterkopf hatte, was ist, wenn wir in West-Berlin sind und die Grenze wieder geschlossen wird? Erst am Samstag darauf war ich eine von Hundertausenden, die über den Grenzübergang Bornholmer Straße nach West-Berlin ging und dabei das Gefühl von unglaublicher Freude und Freiheit verspürte.“

Was hat sich unmittelbar nach dem Mauerfall für Sie geändert? 

Ronny Lemke: „Nach dem Mauerfall hat sich für mich meine Lebenssituation erheblich verändert. Nach einem kurzen Zwischenstopp in meiner Heimatstadt Leipzig, bin ich mit meiner Familie im Sommer 1991 nach Detmold gezogen; hier hatte ich Verwandtschaft und habe im August 1991 bei der Sparkasse angefangen.“
 
Was sind aus Ihrer Sicht die größten Errungenschaften der Wiedervereinigung?

Ronny Lemke: „Die größten Errungenschaften aus meiner Sicht sind das Gefühl von Freiheit und die Familienzusammenführungen, denn durch die Teilung Deutschlands waren viele Familien getrennt und hatten teils schwere Schicksale zu tragen. 28 Jahre Teilung haben die Menschen in Ost und West geprägt. Die Unterschiede sind meiner Meinung nach auch heute noch spürbar.“

Joachim Hunold: „Das kann ich nur unterschreiben. Die Wende hat uns allen Privilegien wie Freiheit, Demokratie und Gemeinschaft gebracht. Privilegien, die wir heutzutage wieder verteidigen müssen.“

Ronny Lemke: „Vielleicht noch zum Abschluss ein schönes Zitat aus dem Film „Sonnenallee“, welches mein Leben in der DDR beschreibt: „Es war die schönste Zeit meines Lebens, denn ich war jung und ich war verliebt.“ 

Ein wundervolles Schlusswort. Herzlichen Dank, dass Sie Ihre ganz persönliche Geschichte mit uns geteilt haben. 

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